Das balance sheet ist die Aufstellung der Bilanz. Es wird balance sheet genannt weil die beiden Seiten des balance sheet Aktiva und Passiva sich ausbalancieren. Das balance sheet wird aus folgender Formel konstruiert: Vermögenswerte = Fremdkapital + Eigenkapital Ein Unternehmen muss für alle Dinge, die es hat (Aktiva) entweder durch Kreditaufnahme (Passiva) oder durch Aktionären (Eigenkapital) finanzieren.
Unternehmensbewertungsmethoden im Vergleich
Es gibt viele verschiedene Methoden den Wert eines Unternehmens zu vergleichen und zu bewerten. Hier finden Sie eine Übersicht der gängigen Unternehmensbewertungsmethoden im Vergleich. Auf investresearch wird auf die praxisorientierte KGV Methode zur Aktienbewertung wert gelegt, die allerdings modifiziert worden ist. Methode Vorteil Nachteil DCF Methode Sehr genau, Verwendung Free-Cash Flow Solides Geschäftsmodell notwendig; Viele Annahmen KGV Praxisorientiert und einfach Gestaltungsspielraum KBV Quantitativ und qualitativ Bilanzpolitischer Spielraum KUV Kann auch ohne Gewinne angewendet werden Umsatz nur wenig Aussage über Unternehmenswert EV/EBIT Enterprise Value berücksichtigt Verschuldung Verschuldung kann schwanken Liquidation Alternative defensive Methode Vernachlässigt Aussicten, Liquidationspreise nur schwer abschätzbar
EV / FCF Ratio
Die EV / FCF Ratio vergleicht den Unternehmenswert im Verhältnis zum free Cashflow. EV / FCF Ratio = Enterprise Value / Free Cashflow vor Zinsen. Der EV / FCF Ratio ist als der vollständigste Entitymutiplikator anzusehen, welcher jedoch aufgrund der komplexen Berehcnung des Nenners auch den größten Spielraum in der BEwertung ermöglicht.
EV/Sales Ratio
Die EV/Sales Ratio ist ähnlich wie das KUV, jedoch vergleicht sich die Umsätze mit dem Enterprise Value. Der gibt also an zum wie vielfachen der Umsätze der Firmenwert notiert. EV/Sales Ratio = Enteprise Value / Umsatz
Entitymultiplikatoren
Die Entitymultiplikatoren sind Bewertungsmaßzahlen die den Enterprise Value (Entity Value) zur Grundlage nehmen, also nicht nur das Eigenkapital, sondern auch, das Fremdkapital. Folgende Entitymultiplikatoren sind gängig. Diese lassen den wahren operativen Firmenwert besser vergleichen, da der Enterprise Value um Cash und Schulden bereinigt ist. EV/EBITDA Ratio EV/EBIT Ratio EV/Sales Ratio EV/FCF Ratio
EV/EBIT Ratio
Bei der EV/EBIT Ratio wird der Enterprise Value mit dem operativen Gewinn vor Abschreibungen verglichen. Die EV/EBIT Ratio eignet sich besser zum Vergleich als die EV/EBITDA Ratio über Branchen hinweg, und ist neben dem KGV und dem KBV einer der als zentralsten angesehenen Bewertungskennzahlen. Bei M&A Transaktionen werden vor allem die Entitymultiplikatoren verwendet. EV/EBIT Ratio = Enteprise Value / EBIT Beispiel EV/EBIT Ratio Firma A und B haben beide ein KGV von 10, bei einer Marktkapitalisierung von 500 Mio Euro, d.h. sie machen beide 50 Mio Gewinn. Wenn man aber am reinen operativen Wert der Firmen interessiert ist gibt es Unterschiede und man muss […]
Enterprise Value (EV)
Der Enterprise Value (EV) oder auch Entity Value setzt sich zusammen aus der Marktkapitalisierung plus dem Nettocash oder abzüglich der Nettoverschuldung. Der Enterprise Value gibt also den Gesamtwert einer Firma an, wenn man sie komplett kaufen wollte und zu 100% kontrollieren würde, was auch eine Auszahlung aller Schulden beinhalten würde.
EV/EBITDA Ratio
Der EV/EBITDA Ratio ist ein Enterprise Value Multiple (Entity Value) und misst die Effizienz des gesamten eingesetzten Kapitals. EV/EBITDA = Enterprise Value / EBITDA Der EV/EBITDA Ratio zeigt annäherungsweise des Verhältnis des Gesamtwerts (Eigenkapital + Fremdkapital) des Unternehmnens zu den Kapitalgebern zugeflossenen Mitteln an.
Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)
Das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) ist weniger manipulierbar bei großen Unternehmen als das KGV, schwankt aber mehr und misst das Verhältnis des operativen Cashflows zu der Marktkapitalisierung. Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) = Marktkapitalisierung / operativer Cashflow Da der operative Cashflow durch die Bereinigung um nicht zahlungswirksame Effekte in der Regel höher als der Jahresüberschuss ist, liegt das KCV meist unter dem KGV. Aus dem Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) kann man auch das Kurs /Free Cashflow berechnen, was angibt zu welchem Vielfachen des Free-Cashflows ein Unternehmen bewertet wird.
Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) misst die aktuelle Marktkapitalisierung einer Aktie mit dem ausgewiesenen Buchwert des Eigenkapitals. Normalerweise notieren Aktien deutlich über dem Buchwert, da Werte wie Marken und Organisation in der Buchhaltung meist nicht auftauchen. Bei Beteiligungsgesellschaften und Immobilienaktien ist dies jedoch anders und Notierungen unterhalb des Buchwert sind für Valueinvestoren ein Kaufsignal. Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) = Marktkapitalisierung / Eigenkapital = Aktienkurs / Buchwert je Aktie
Einstandsrendite
Die Einstandsrendite ist der Kehrwert des KGV und gibt dadurch die theoretische Verzinsung des Investments in eine Aktie an. Einstandsrendite = Gewinn je Aktie / Aktienkurs = 1 / KGV Wenn eine Aktie ein KGV von 20 hat, dann beträgt die Einstandsrendite 5%, d.h. theoretisch wird das Kapital mit 5% verzinst, wenn man das automatische Wachstum des Unternehmens vernachlässigt. Denn die Firma könnte ihren Gewinn komplett ausschütten und dadurch eine Verzinsung der Aktie von 5% ermöglichen. Mit dem Rechner für die Einstandsrendite kann man diese und das KGV auch einfach ausrechnen:
BCG-Matrix
Die BCG-Matrix wurde von der Unternehmensberatung BCG entwickelt und lässt ein Unternehmen oder dessen Produktgruppen logisch einteilen. Bei der BCG-Analyse gibt es vier Felder mit den zwei Variablen Wachstum und Marktanteil. Die Felder heißen Star (Hohes Wachstum, Hoher Marktanteil), Fragezeichen (Hohes Wachstum niedriger Marktanteil), Cash Cow (niedriges Wachstum, Hoher Marktanteil) und Poor Dog (niedriges Wachstum und niedriger Marktanteil. Mit der BCG-Analyse wird klar, dass da Ziel immer hohes Wachstum bei hohem Marktanteil ist. Grafisch sieht die BCG-Analyse so aus: Ein Star wäre beispielsweise Google, das sowohl hohes Wachstum als auch einen hohen Marktanteil hat. Ein Fragezeichen wäre ein Biotech Start und als eine Cash-Cow kann beispielsweise […]
Book-to-Bill-Ratio
Die Book-to-Bill-Ratio vergleicht den aktuellen Auftragseingang mit dem zuletzt erzielten Umsatz. Dabei ist ein Wert von größer als 1 mit Wachstum gleich zusetzten und unter 1 mit einem gefährlichen Rückgang. Book-to-Bill-Ratio = Auftragseingang / Umsatzerlöse Beim Book-to-Bill-Ratio muss man jedoch gleiche Zeiteinheiten für Auftragseingang und Umsatzerlöse wählen. Wenn ein Unternehmen im letzten Jahr einen AUftragseingang von 150 Mio Euro vermeldet und Umsätzte von 100 Mio erzielt hat wäre die Book-to-Bill-Ratio 1,5.
Auftragsreichweite
Die Auftragsreichweite gibt die Laufzeit des Auftragsbestandes an. Dadurch kann man erkennen wie sich der Umsatz entwickeln wird und wie gesichert die Liquidität des Unternehmens auf Einnahmenseite ist. Auftragsreichweite = (Auftragsbestand / Umsatz letzten 12 Monate) x 360 Wenn der Auftragsbestand also bei 15 Mia. Euro bei EADS steht und der Umsatz in den letzten 12 Monaten bei 10 Mia. Euro lag, dann wäre die Auftragsreichweite 540 Tage.
Geldumschlag
Durch die Kombination der Debitorenlaufzeit, Kreditorenlaufzeit und der der Lagerdauer kann man den Geldumschlag berechnen (Cash-Conversion Cycle): Geldumschlag = Debitorenlaufzeit + Lagerdauer – Kreditorenlaufzeit Das Ergebnis gibt die durchschnittliche Geldbindung in Tagen wieder. Der Geldumschlag gibt dabei die Leistung des Managements bezüglich des Working Capital Managements wieder.
Umschlagshäufigkeit der Vorräte (Lagerdauer)
Die Umschlagshäufigkeit der Vorräte gibt an wie oft um Jahr des Lager umgeschlagen wird, d.h. wie oft im Jahr eine Ware im Lager durch Verkauf ersetzt wird. Umschlagshäufigkeit der Vorräte = Materialaufwand / Vorräte Durch Division der Umschlagshäufigkeit der Vorräte mit 360 erhält man die Lagerdauer in Tagen: Lagerdauer in Tagen = 360 / Umschlagshäufigkeit Die Lagerdauer sollte so gering wie möglich sein, da so das Lager so effizient wie möglich genutzt wird. Eine Lagerdauer von 50 Tagen bedeutet, dass in 50 Tagen einmal das Lager komplett ausgetauscht wird. Umschlagshäufigkeit der Vorräte und Lagerdauer berechnen:
Vorratsintensität
Die Vorratsintensität gibt wieder, wie groß der Anteil der Vorräte an der Bilanzsumme ist. Die Vorratsintensität ist also ein Maß für die Bindung des Kapitals. Je größer der Anteil der Vorräte, destor größer ist die Kapitalbindung dafür, worunter die Rentabilität leiden kann. Eine Erhöhung der Vorratsintensität deutet auf Absatzprobleme hin. Vorratsintensität (RHB) = (Roh-, Hilfs und Betriebsstoffe) / Bilanzsumme Vorratsintensität (HuF) = (Halb- und Fertigfabrikate) / Bilanzsumme
Liquidität 3. Grades
Die Liquidität 3. Grades (Working Capital Quote) umfasst das komplette Umlaufvermögen im Zähler, das durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten geteilt wird: Liquidität 3. Grades = Umlaufvermögen / Kurzfristige Verbindlichkeiten Der Zielwert für die Liquidität 3. Grades sollte zwischen 120-170% liegen. Der Wert sollte über 100% liegen um einen Puffer zu haben, da das Umlaufvermögen nicht immer zum Buchwert liquidiert werden kann.
Liquidität 2. Grades
Die Liquidität 2. Grades unterscheidet sich von der Liquidität 1. Grades darin, dass sie auch die Forderungen des Unternehmens miteinbezieht. Liquidität 2. Grades = (Liquide Mittel + Wertpapiere + Forderungen) / Kurzfristige Verbindlichkeiten Da Forderungen mit einem Abschlag oder über Factoring relativ schnell liquidiert werden können, kann man sie als sehr liquiditätsnah sehen. Ein Zielwert für die Liquidität 2. Grades kann als 90-100% angesehen werden.
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Die kurzfristige Verbindlichkeiten (Notes payables, commercial papers) sind Schulden eines Unternehmens mit einer Laufzeit von unterhalb eines Jahres. Zu den kurzfristige Verbindlichkeiten zählen Commercial Papers, kurzfristige in Anspruch genommene Kreditlinien und kurzläufige Anleihen. Wenn ein Unternehmen keinen Zugang mehr zum Geldmarkt über Commercial Papers hat, besteht höchste Gefahr für die Liquidität und eine Insolvenz kann schnell die Folge sein. Deswegen war das Austrocknen des Commercial Paper Marktes in der Finanzkrise 2008 auch so gefährlich.
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