Bending Spoons ist eine italienische Digital-Holding, die kürzlich einen erfolgreichen Börsengang hingelegt hat und aktuell mit rund 30 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Vielen Anlegern ist das Unternehmen trotz seiner beeindruckenden Sammlung bekannter Marken noch weitgehend unbekannt.
Geschäftsmodell
Das Unternehmen kauft etablierte, aber stagnierende Digital- und Consumer-Internet-Firmen (oft von der Börse oder aus Private-Equity-Hand), optimiert sie operativ und macht sie profitabel. Typische Maßnahmen:
- Kostensenkung (teilweise Personalabbau)
- Einsatz von KI
- Zentrale Produktentwicklung
- Operative Verbesserungen
Bekannte Beteiligungen sind unter anderem:
- Calm (Meditation & Mental Health)
- Evernote
- Vimeo
- AOL (über 400 Mio. aktive Nutzer)
- StreamYard und weitere Apps
Das Modell erinnert stark an Constellation Software oder Private-Equity-Strategien – nur mit Fokus auf Consumer-Internet und Apps. Die Gründer bringen Erfahrung aus eigenen Startup-Misserfolgen mit und setzen auf „Operating Excellence“, wo viele Tech-Firmen in der zweiten Reihe schwächeln.
Bewertung und Ausblick
Nach dem IPO stieg die Aktie zunächst stark (30–40 %). Die Bewertung liegt bei einem KGV von rund 29 (bereinigt deutlich höher durch Abschreibungen aus Übernahmen). Das Wachstum kommt hauptsächlich aus Zukäufen, das organische Wachstum ist eher moderat.
Investor Philipp H. findet das Geschäftsmodell hochinteressant und europäisch-stark, sieht die Aktie aktuell aber als zu teuer für einen direkten Einstieg. Er hat sie auf der Watchlist und ist indirekt über die Beteiligungsgesellschaft Tabula Investment Partners investiert.
Fazit: Bending Spoons positioniert sich als europäischer Roll-up-Spezialist für etablierte Digital-Marken. Das Konzept ist clever und skalierbar – solange attraktive Zukäufe möglich sind. Bei einem Kursrücksetzer nach dem IPO könnte die Aktie für langfristig orientierte Anleger interessant werden. Ein spannendes neues europäisches Tech-Schwergewicht.